| Das Egga-Spiel ist ein
uralter auf vorchristlich-alamannischen Ursprung zurückzuführender
Fastnachtsbrauch, der den Kampf der Menschen mit den Naturgewalten
symbolisiert. |
| Die Akteure tragen alle große geschnitzte
Holzmasken und stellen folgende Figuren dar: Bauer, Bäuerin,
"Bue", "Föhl", Knecht, Magd,
Pferde, Kuh, "Molle", Katze, Hund, Sau, Gockeler
und Geißbock. |
| Dem Spiel geht ein Umzug der Teilnehmer
durch die Stadt voraus, der am Oberen Markt sein Ende
findet. Umgestaltet in einen Bauernhof mit Acker, beginnen
hier der Bauer, die Bäuerin, Knecht und Magd, das
Feld zu bestellen. Da aber fährt die "Hexe"
dazwischen, bringt alles durcheinander, macht das Vieh
scheu und verdirbt die Speisen. Schließlich beginnt
eine große Jagd auf die Hexe, bis diese gefangen
und eingesperrt wird. |
| Die "Hexe" symbolisiert keine
eigentlich im heutigen Sprachgebrauch übliche "Hexe",
sondern die dämonischen Kräfte, die in der Vorzeit
für die Mißerfolge oder Unheil verantwortlich
gemacht wurden. Sie stiftet Verwirrung und "eggt"
überall an - d.h. läßt alles mißlingen
("Es eggt an allen Ecken und Enden."). Dem Treiben
der Hexe wird schließlich symbolisch durch das Verbrennen
im "Funkenfeuer"
ein Ende bereitet. |
| Dem überlieferten Brauch gemäß,
handelt es sich bei den 17 Mitwirkenden ausschließlich
um Buben und junge Männer. Ein Hinweis darauf, daß
das Spiel aus patriarchalischen Zeiten stammt. |
| Die von den Spielern
getragenen, kunstvoll geschnitzten Masken sind während
des Jahres im Heimathaus Sonthofen ausgestellt. |
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| Aufgeführt
wird das Egga-Spiel alle drei Jahre (zuletzt im Jahre
2009) am Sonntag vor dem Fastnachtsdienstag auf dem Oberen
Markt durch den Heimatdienst Sonthofen, der 1955 diesen
alten Brauch wieder aufleben ließ. |
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