Nachhaltige Projekte der Stadt Sonthofen im Sinne der Alpenkonvention - Bevölkerung und Kultur
Erklärte Ziele der Alpenkonvention zum Themenkomplex Bevölkerung und Kultur:
- Achtung, Erhaltung und Förderung der kulturellen und gesellschaftlichen Eigenständigkeit der Bevölkerung. Sicherung der Lebensgrundlagen, umweltverträgliche Besiedelung und wirtschaftliche Entwicklung. Förderung des gegenseitigen Verständnisses und partnerschaftlichen Verhaltens alpiner und außeralpiner Bevölkerung.
Projekte der Stadt Sonthofen hierzu:

Vorstand des Vereines Musikschule Oberallgäu-Süd e.V.
Beteiligung der Bevölkerung durch das Projekt
"Zukunft Sonthofen"
Das seit über 10 Jahren aktive Projekt "Zukunft Sonthofen" ist durch die breite Bevölkerungsbeteiligung bereits an sich ein wichtiges nachhaltiges Projekt.
Mehrere Projektgruppen haben sich darüber hinaus mit Themen beschäftigt, die als nachhaltig im Sinne der Alpenkonvention bezeichnet werden können:
Anpassung des Leitbildes
Bereits vor 10 Jahren hat sich die Stadt Sonthofen im Rahmen des "Projektes Zukunft Sonthofen" ein eigenes Leitbild mit Entwicklungsleitlinien gegeben. 2006 wurde dieses Leitbild an die Vorgaben der Alpenkonvention angepaßt und vom Stadtrat bestätigt.
>> Infos zum Projekt Zukunft Sonthofen und dem Leitbild
Dorfladen Altstädten
Eine breite Beteiligung der Bevölkerung fand bei der Rettung des Dorfladens im Ortsteil Altstädten statt. Eine neu gegründete Genossenschaft, entstanden mit Hilfe vieler Anteilseigner aus dem Dorf und gemeinsamer ehrenamtlicher Arbeit sichert bis heute den Erhalt dieser wichtigen Infrastruktureinrichtung.
"Global Marshall Plan" und die "Sonthofer Erklärung"
Unter dem Aspekt „Kommunales Engagement für eine bessere Welt“ initiierte die Agenda-Gruppe aus dem Projekt "Zukunft Sonthofen" im Alpenstadtjahr einen Workshop mit dem in Deutschland führenden Verfechter der Global-Marshall-Plan-Initiative, Herrn Prof. Dr. Dr. Radermacher. Ziel war es Ideen zu entwickeln, mit denen sich die Stadt Sonthofen für eine bessere Welt engagieren kann. Im Workshop entstand zusammen mit der Bevölkerung ein Ideenbündel für ein lokales Engagement. Die Agendagruppe hat es sich zur Aufgabe gemacht, diese Ideen sukzessive aufzuarbeiten und umzusetzen.
Aus dem Workshop resultierte jedoch noch ein weiteres Ergebnis: die “Sonthofer Erklärung”. Mit der Sonthofer Erklärung zum Global-Marshall-Plan übernimmt die Stadt Sonthofen als Alpenstadt des Jahres eine besondere Verantwortung für die Bereiche Wirtschaft, Umwelt und Soziales im Sinne der Alpenkonvention. Sie unterstützt als bislang einzige Kommune deutschlandweit den Global-Marshall-Plan.
Konkrete Umsetzungsbeispiel aus diesem Engagement sind die Auszeichnung zur Fairtrade-Stadt bzw. die Unterstützung der Idee des fairen Handels, die Erstellung eines Klimaschutzkonzeptes für städtische Liegenschaften sowie die Erstellung eines Mobilitätskonzepts unter Berücksichtigung der Integration von Elektromobilität.
>> Infos zur Auszeichnung "Fairtrade-Stadt"
>> “Sonthofer Erklärung" zum Global Marshall Plan
Pausenhof- und Spielbereich-Umgestaltungen
Gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern, Lehrerinnen und Lehrern sowie Eltern begannen im Alpenstadtjahr viele Projekte zur Umgestaltung der Pausenhöfe. Ziel war, bisher versiegelte und eintönige Flächen gemeinsam abwechslungsreicher und kindgerecht zu gestalten.
Die Umsetzung erfolgte seither ehrenamtlich Zug um Zug, wobei die praktische Einbindung der Schülerinnen und Schüler einen breiten Raum einnimmt. Gleichzeitig werden die Kinder anhand von Beispielen bei der Gestaltung des Hofes bewusst an verschiedene Aspekte der Alpenkonvention herangeführt wie z.B. Bevölkerungsbeteiligung, ehrenamtliches Engagement, Naturschutz und Landschaftspflege.
Als Beispiel sind die Freiflächen der Grundschule an der Berghofer Straße zu nennen (neuer Schulgarten, Boulderwand, Freiluftklassenzimmer) oder die Planungen zum neuen Außenspielbereich des Kindergartens Süd (Bachlauf, Spielhaus, Baumhaus...).
Bündnis für Familien
Seit 2006 beschäftigt sich die Projektgruppe "Soziale Stadt" aus dem Projekt Zukunft Sonthofen mit dem Thema "Bündnis für Familien". Ausgehend von einer umfangreichen Bestandsaufnahme der bereits bestehenden Einrichtungen hat sich in der Zwischenzeit in der Verwaltung eine Arbeitsgruppe "Demographie" gegründet, die die Ergebnisse aus dieser Bestandsaufnahme strukturiert und weiterverarbeitet.
Freiwilligenagentur
Viele Bürgerinnen und Bürger der Stadt würden sich gerne mit freiwilligen ehrenamtlichen Tätigkeiten in allen Bereichen (Kultur, Soziales, Sport oder Umwelt) in die Gesellschaft einbringen. Andere Bürgerinnen und Bürger sind dagegen auf der Suche nach Unterstützung in Tätigkeiten, die sie selbst nicht erledigen können. Die Idee einer Freiwilligenagentur versucht hier Abhilfe zu schaffen, in dem sie für jeden Interessierten eine passende Tätigkeit bzw. für jeden Hilfesuchenden eine helfende Hand findet und vermittelt.
Da das bürgerschaftliche Engagement beim Thema Alpenstadt ebenfalls eine zentrale Rolle spielt, wurde das Projekt Freiwilligenagentur im Alpenstadtjahr vorbereitet und durch den Aufbau einer Anlaufstelle verwirklicht. In der Zwischenzeit hat sich daraus ein Erfolgsmodell entwickelt, das als "Freiwilligenagentur Oberallgäu" mit Hauptsitz in Sonthofen tätig ist.
>> Weitere Infos bei der Freiwilligenagentur
Gründung eines Musikschulvereines
Kommunale Zusammenarbeit gehört zu den zentralen Themen der Alpenkonvention. Mit der Gründung des Vereines "Musikschule Oberallgäu-Süd e.V." gemeinsam mit der benachbarten Stadt Immenstadt und der Marktgemeinde Oberstaufen initiierte Sonthofen ein wichtiges Projekt zur kommunalen Kooperation.
Die vorher städtischen Musikschulen wurden dabei unter einer Leitung zusammengefaßt und für den Betrieb dieser überörtlichen Musikschule im Jahr 2005 schließlich ein gemeinsamer Verein gegründet. Nicht nur finanzielle Einsparungen, sondern auch organisatorische Vorteile durch die einheitliche Leitung, ein gemeinsames Lehrerkontingent sowie eine gemeinsame Verwaltung versprechen sich die Mitgliedsgemeinden von dem Zusammenschluß.
In der Zwischenzeit haben sich auch die Gemeinden Blaichach und Waltenhofen dem Verbund angeschlossen.
Gremien zur Bevölkerungsbeteiligung
Bevölkerungsbeteiligung wird in Sonthofen schon seit vielen Jahren praktiziert. Neben den Projektgruppen aus dem Projekt Zukunft Sonthofen gehören hierzu auch zu bestimmten Themen eingerichtete Gremien, die für den Stadtrat beratende Funktionen wahrnehmen und sich aus ehrenamtlichen Bürgerinnen und Bürgern, Mitgliedern des Stadtrates und der Verwaltung zusammensetzen.
Als Beispiel sind hier der Sonthofer Kulturbeirat, das Stadtfestgremium, das Jugendparlament oder das Volksmusikförderungsgremium zu nennen.
Jugendparlament der Alpenkonvention
Das Akademische Gymnasium Innsbruck rief mit Unterstützung des Ständigen Sekretariats der Alpenkonvention 2006 ein Schülerparlament für Delegierte aus allen Vertragsstaaten der Alpenkonvention ins Leben. Seither tagt dieses Parlament in regelmäßigen Abständen und beschäftigt sich mit Zukunftsfragen der Alpenregion aus der Sicht der Jugendlichen. Die beschlossenen Resolutionen werden dann den Gremien der Alpenkonvention zur Kenntnis gebracht.
Auch Vertreterinnen und Vertreter des Gymnasiums und der Fachoberschule Sonthofen nehmen regelmäßig an den Tagungen des Parlaments teil.