Aktuelle Projektinformationen zum ISEK Sonthofen
25.10.12
5. Strategiekonferenz ISEK
Mögliche Impulsprojekte
Die Konkretisierung möglicher Impulsprojekte zur Konversion der Jäger- und Grüntenkaserne stand unlängst im Mittelpunkt der 5. Strategiekonferenz zum „Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzept (ISEK) Sonthofen“. Die Bearbeitung des ISEK steht derzeit in der abschließenden Projektphase. In dieser wird auf Grundlage des im Mai 2012 durch den Stadtrat gebilligten Strukturkonzeptes die Planung in einem städtebaulichen Rahmenkonzept verfeinert und ein Maßnahmenplan mit Entwicklungsstufen erstellt. Verschiedenste Projektideen aus dem bisherigen Beteiligungsprozess fließen dabei in die Maßnahmenüberlegungen ein. Zu berücksichtigen ist, dass die Kasernenflächen, wie heuer bekannt wurde, frühestens 2018 für eine zivile Nutzung zur Verfügung stehen.
Aufgabe der Teilnehmer der Strategiekonferenz (Vertreter verschiedener Gesellschaftsbereiche von Sonthofen und der Stadtratsfraktionen) war es nun, die Überlegungen zu möglichen Impulsprojekten bei der Umsetzung des ISEK zu konkretisieren.
In verschiedenen Arbeitsgruppen wurden dabei Fragen zu Klärungsbedarf, Profil, Trägerschaft und Realisierungsschritte der Projekte diskutiert.
Wie der Beteiligungsprozess zum ISEK gezeigt hat, stellt die Schaffung von adäquaten Räumlichkeiten für verschiedenste Nutzungen von Veranstaltungen über Kultur bis zu Vereinen eine wichtige Zielsetzung der Bürgerschaft dar. Mit dieser Thematik haben sich deshalb gleich drei Arbeitsgruppen in der Strategiekonferenz befasst. Nach den Vorstellungen der Arbeitsgruppe zum Thema „Stadtforum“ sollen verschiedene Funktionen und Nutzungen in einem neuen Zentrum für Veranstaltungen, Kultur und Tourismus gebündelt werden. Als Standort wird von der Arbeitsgruppe dabei der Marktanger gegenüber einer Lage auf der Jägerkaserne bevorzugt.
Ähnliche Fragestellungen wie zum Stadtforum wurden auch in der Arbeitsgruppe zum Thema „kulturelle Einrichtungen/Kulturzentrum“ behandelt. Angeregt wurde, neben einer Bündelung von Nutzungen auch eine mögliche Kooperation mit Nachbargemeinden zu prüfen. Hinter der Idee „Haus der Vereine“, mit der sich eine weitere Gruppe beschäftigt hat, verbirgt sich die Überlegung, das Offizierskasino der Jägerkaserne gemeinsam durch Sonthofer Vereine zu nutzen.
Aus Sicht der Gruppe „Bildungszentrum“, sollen die Chancen zur Stärkung des Bildungsstandortes Sonthofen durch eine aktive Akquisition möglicher Einrichtungen und der Sicherung geeigneter Bestandgebäude auf der Jäger-kaserne gewahrt werden.
Von der Gruppe, die sich mit den vorgesehenen „Gewerbeflächen“ auf der Jägerkaserne auseinandersetzte, wurde eine Ausrichtung auf Handwerk und Kleinbetriebe vorgeschlagen. Die Ansiedlung von Unternehmen könnte dabei in einem branchenspezifischen Innovationspark erfolgen.
Zum Thema „Wohnformen“ wurde von einer Gruppe festgestellt, dass möglichst zielgruppengerechte Wohnangebote auf den Konversionsflächen geschaffen werden sollen.
Die Arbeitsgruppe „Grünflächen, Gartenschau“ setzte sich mit den in der ISEK Planung vorgesehenen Grünflächen auf den Kasernen und der Idee für eine „kleine Gartenschau“ auseinander. Aus Sicht der Arbeitsgruppe würde die Schaffung neuer Grünflächen im Rahmen einer Gartenschau Sonthofen als Wohnstandort deutlich aufwerten. Als südlichste Gartenschau Deutschlands könnte unter den Themen Urban-Alpin und Wasser-Berg ein attraktives Profil entwickelt werden.
Zum Abschluss hat die Strategiegruppe dem Stadtrat hinsichtlich der Vorbereitung einer Bewerbung um eine sogenannte Gartenschau „Natur in der Stadt“ mehrheitlich ein positives Meinungsbild mitgegeben. Im Rahmen der Vorbereitung einer Bewerbung für die nächstmögliche Gartenschau 2021 wären aber noch zahlreiche Fragen zur Durchführbarkeit zu klären.
Bürgermeister Buhl bedankte sich bei dieser letzten Strategiekonferenz zum ISEK bei den Teilnehmern für die kreative Mitwirkung an dem Stadtentwicklungsprozess. Die Ergebnisse der Strategiekonferenz gehen nun in die weitere Maßnahmenplanung zum ISEK ein.
Vor Abschluss der Planungen zum ISEK erfolgt nochmals eine Öffentlichkeitsbeteiligung.
Die Dokumentation der 5. Strategiekonferenz und weitergehende Informationen zum ISEK sind >> hier abrufbar.
16.06.2012
Bestätigung Variante 4
In einer Sondersitzung zum „Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzept (ISEK) Sonthofen“ wurde Ende Mai 2012 durch den Stadtrat beschlossen, der weiteren Planung zur Nachnutzung der Konversionsflächen die Variante 4 des Strukturkonzeptes zu Grunde zu legen. Die im Rahmen des ISEK angestellten Überlegungen, im Austausch mit einer Freiraumnutzung der Grüntenkaserne den Bereich des Tannachwäldchens einer Gewerbenutzung zuzuführen, sind damit vom Tisch. Durch die Billigung des Strukturkonzeptes ist ein wesentlicher Zwischenschritt des Stadtentwicklungskonzeptes erfolgt.
Wie berichtet, stellt das Strukturkonzept im Rahmen der informellen Planung des ISEK die angestrebte künftige Nutzung für die Konversionsflächen in Sonthofen dar (Jägerkaserne, Grüntenkaserne, Standortverwaltung „Im Tannach“). Das Strukturkonzept wurde in einem gestuften Beteiligungsprozess entwickelt. Die Bürgerschaft wurde über die Strategiegruppe ISEK, verschiedenen Projektgruppen und das 2. Bürgerforum ISEK vom Mai 2012 einbezogen. Insgesamt wurden auf Grundlage der durch den Stadtrat vorgegebenen übergeordneten Schwerpunktsetzung der Stadtentwicklung auf „Wohnen und Bildung“ mit einer verträglichen Gewerbeentwicklung vier verschiedene Varianten zum Strukturkonzept ausgearbeitet. Die durchgeführte fachliche Prüfung und Be-wertung der Varianten wurde durch die Projektbearbeiter des ISEK in der Stadtratssitzung im Einzelnen vorgestellt. Anhand der sachgerechten Abwägung zu den Varianten wurde durch den Stadtrat die fachliche Empfehlung für die Variante 4 bestätigt.
Die Variante 4 des Strukturkonzeptes (siehe Abbildung) sieht im nördlichen Teil der Jägerkaserne eine moderate Gewerbeentwicklung vor. Der südliche Teil soll mit einer gemischten Struktur innenstadtrelevanten Nutzung dienen. Angestrebt wird hier, vorhandene erhaltenswerte Gebäude z.B. durch Kultur- und Bildungseinrichtungen und für Vereine zu nutzen. Die Grüntenkaserne soll zukünftig ein Mischgebiet aus Wohn- und verträglichen Gewerbenutzungen im südlichen Teil und hochwertige Wohnbauflächen im mittleren Teil entlang der Ostrach aufnehmen. Zielvorstellung des Strukturkonzeptes ist es, auf den Freiflächen im Norden der Grüntenkaserne und durch eine Aufweitung der Ostrach größere Grünflächen mit Anbindung in Richtung Innenstadt zu entwickeln. Zur Machbarkeit einer Aufweitung der Ostrach im Zusammenhang mit dem Hochwasserschutz werden derzeit vertiefende Untersuchungen durchgeführt. Für den Bereich der Standortverwaltung „Im Tannach“ sieht das Strukturkonzept in Ergänzung des umgebenden Wohnquartiers künftig eine Wohnnutzung vor; gewerbliche Zwischennutzungen der Bestandsgebäude sind aber vorstellbar. Bestätigt wurde durch die Variante 4 der Erhalt des Tannachwäldchens.
Mit der Beschlussfassung zum Strukturkonzept hat der Stadtrat auch festgestellt, dass ein Schwerpunkt der Gewerbeflächenentwicklung künftig im Bereich der B 19 liegen soll. Hierzu sind verstärkte Bemühungen erforderlich, um die in Privatbesitz stehenden Flächen verfügbar zu machen. Notwendig ist diese Zielsetzung, da in Sonthofen verfügbare Gewerbeflächenreserven fehlen und die Konversionsflächen nur eingeschränkte Entwicklungsmöglichkeiten für Gewerbe aufweisen.
In der abschließenden Projektphase des ISEK werden nun auf Grundlage des Strukturkonzeptes Umsetzungsmaßnahmen und Entwicklungsschritte geprüft. Wichtige Aufgabe wird zudem die Erstellung einer Verkehrsprognose zu den geplanten Nutzungen darstellen. Dabei wird auch die Möglichkeit einer neuen Anbindung im Bereich Rudolf-Diesel-Park/Handwerkerhof zur verbesserten Erreichbarkeit von Innenstadt und Bahnhof geprüft.
Behandelt wurden in der Stadtratssitzung schließlich noch zwei Anträge von der Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen und aus dem 2. Bürgerforum hinsichtlich eines Erhalts des Tannachwäldchens. Diese wurden durch den Stadtrat mit Bezug auf die zuvor gebilligte Variante 4 positiv beschieden. Bürgermeister Hubert Buhl bedankte sich in der Sitzung ausdrücklich für das Bürgerengagement, das durch die Diskussion über das Tannachwäldchen entstanden ist. Auch die abschließende Phase des ISEK wird wieder im Dialog mit der Bürgerschaft Sonthofens erfolgen.
Weitergehende Informationen zum ISEK und den Fachvorträgen im Stadtrat sind auf der Homepage der Stadt Sonthofen unter dem Menüpunkt „ISEK Sonthofen/Projektdokumente“ abrufbar (http://www.sonthofen.de/Stadtpolitik/ISEKSonthofen/Projektdokumente.aspx).

Abbildung: Zur weiteren Vertiefung gebilligte Variante 4 zum ISEK Strukturkonzept gemäß Stadtratssitzung vom 24. Mai 2012
16.04.2012
Von der Zielsetzung zum Nutzungskonzept
Seit über einem Jahr läuft der Planungsprozess des ISEK bereits. In der ersten Projektphase stand die städtebaulich-landschaftsplanerische Bewertung der Stärken und Schwächen sowie die immobilienwirtschaftliche Analyse der Potenziale Sonthofens für verschiedene Nutzungssegmente (Wohnen, Gewerbe, Tourismus) im Mittelpunkt.
Darauf aufbauend folgte in Projektphase II eine intensive Auseinandersetzung mit der Positionierung und gesamtstädtischen Zielbestimmung für die künftige Entwicklung Sonthofens. Wichtige Grundlage für die Positionierung wurden durch Vertreter der Sonthofer Bürgerschaft in der 1. Strategiekonferenz der Strategiegruppe ISEK im März 2011 erarbeitet. Die Mitwirkung der Sonthofer in der Projektphase II wurde durch ein Bürgerforum im Juli 2011 und eine weitere Strukturkonferenz fortgesetzt.
Als Grundlage für die Entscheidungsfindung über die grundsätzliche Ausrichtung der Stadtentwicklung in Projektphase II wurden von den Fachplanern drei Entwicklungsszenarien zu den Schwerpunktthemen "Wohnen und Bildung", "Gewerbe" und "Tourismus und Einzelhandel" ausgearbeitet. Entsprechend der Empfehlung der 2. Strategiekonferenz wurde durch den Stadtrat im November 2011 das Entwicklungsszenario "Wohnen und Bildung" als Grundlage für die weitere Vertiefung des ISEK ausgewählt, mit dem Zusatz, eine Flächenvorsorge für eine verträgliche Gewerbeentwicklung zu berücksichtigen (Ergebnis ISEK Phase II).
Zudem wurden durch den Stadtrat Schwerpunktziele für die Stadtentwicklung festgelegt (Beschluss des Stadtrates vom 08.11.2011)
- Nutzung der integrierten Lage der Jägerkaserne als Chance zur Stärkung der Innenstadt
- Sicherung langfristiger Flächenreserven durch behutsame, schrittweise Entwicklung der Kasernenareale
- Qualifizierung des öffentlichen Raums im Stadtzentrum und Erhöhung der Aufenthaltsqualität
- Verstärkte Durchgrünung des Stadtgebiets, Steigerung der Aufenthaltsqualität und Verknüpfung von Grünräumen (z.B. Freiraumkorridore Iller- und Ostrachtal)
- Schaffung von zielgruppen-/nachfragerelevanten Wohnungsangeboten
- Entwicklung von Sonthofen als Bildungsstandort im Bereich Weiterbildung (z.B. im Bereich Gesundheitswesen)
- Ausbau der Funktion "Drehscheibe Tourismus" mit Schwerpunkt Dienstleistungszentrum in der Tourismusregion mit Angebotserweiterung
- Weiterentwicklung und Stärkung der Innenstadt als marktführender Standort für zentrenrelevante Sortimente, Gastronomie und ladennahe Dienstleistungen (Ausschluss großflächigen Einzelhandels außerhalb gewachsener Handelsschwerpunkte)
- Stärkung vorrangig des endogenen Gewerbepotenzials (kleine und mittelständige Unternehmen)
- Entwicklung eines Mobilitätskonzepts zur Optimierung der Erreichbarkeit der Innenstadt
Projektphase III
Ausgehend von der grundsätzlichen Zielbestimmung der Stadtentwicklung in Projektphase II setzt sich das ISEK in der aktuellen Projektphase III "Strukturkonzept" nun konkret mit der künftigen Nutzungsstruktur der Konversionsflächen auseinander.
Entsprechend der Vorgabe des Stadtrates aus Projektphase II erfolgte bei der Bearbeitung des vorliegenden Strukturkonzept-Entwurfs ergänzend zur Zielrichtung "Wohnen und Bildung" eine intensive Auseinandersetzung mit der Gewerbeflächenentwicklung. Hintergrund für den Bedarf einer stärkeren Gewichtung der Gewerbeflächenentwicklung waren u.a. die aktuell fehlende Verfügbarkeit von Gewerbeflächen in Sonthofen und die Flächenvorsorge zur Standortsicherung der örtlichen Unternehmen. In einer differenzierten Analyse der möglichen Gewerbeflächen im gesamten Stadtgebiet wurde festgestellt, dass die Konversionsflächen insbesondere in der Grüntenkaserne und im BW-Dienstleistungszentrum wegen der Nutzungskonflikte mit der angrenzenden Wohnbebauung und der problematischen Verkehrsanbindung nur bedingt für Gewerbe geeignet sind. Aufgrund der Lage im vorhandenen Gewerbeband an der B 19 und B 308 wurde deshalb das "Tannach-Wäldchen" in die Überlegungen für eine mögliche Gewerbeflächenentwicklung einbezogen.
Konzept-Varianten
Im Ergebnis der Gewerbeflächenstudie wurden im ersten Schritt zwei Strukturkonzept-Varianten entwickelt, die in Variante 1 im Nordteil der Grüntenkaserne oder alternativ in Variante 2 im Bereich des Tannach-Wäldchens mögliche Gewerbeflächenpotenziale für die künftige Entwicklung beinhalten (s.u. Bericht vom 15.02.2012).
Aufgrund vorhandener Einschränkungen bei den Varianten 1 und 2 wurde zur Erweiterung der Planungsalternativen eine Strukturkonzept-Variante 3 ausgearbeitet. Diese beinhaltet eine stärkere Gewerbenutzung im Bereich der Jägerkaserne bei gleichzeitiger Freihaltung des Nordteils der Grüntenkaserne und des Tannach-Wäldchens von einer Gewerbenutzung. ein erster Stimmungstest zu den derzeit vorliegenden 3 Varianten erfolgte bei der 4. Strategiekonferenz vom 28.03.2012. Von den Vertretern der Bürgerschaft wurde die Variante 3 favorisiert, unter der Bedingung, dass ein Erhalt des Hörsaalgebäudes auf der Jägerkaserne für eine mögliche Nachnutzung berücksichtigt wird.
Von fachlicher Seite erfolgt nun als Grundlage für die Abwägung zu den Struktur-Varianten eine Aufarbeitung der noch offenen Punkte für die Entscheidung im Stadtrat. Bevor in dem ergebnisoffenen Prozess Weichenstellungen getroffen werden, hat die Bürgerschaft das Wort. Beim Bürgerforum am Donnerstag, 3. Mai 2012 sind alle Sonthofer eingeladen, sich über den aktuellen Stand zu informieren und Anregungen zum Prozess einzubringen.
15.02.2012 Tannach als Gewerbegebiet???
Soll das Tannachwäldchen zukünftig als Gewerbefläche genutzt werden und wird als Ersatz dafür die doppelte Fläche an Grün-, Park- und Freizeitfläche an anderer Stelle entstehen? Oder soll das Wäldchen erhalten bleiben und dafür ein Gewerbegebiet in der Grüntenkaserne entwickelt werden. Mit dieser Frage beschäftigt sich derzeit die Stadt Sonthofen.
Seit geraumer Zeit wird im Rahmen des städtebaulichen Entwicklungskonzeptes (ISEK) überlegt, wie Sonthofen sich in Zukunft sinnvoll entwickeln kann, wenn die Jäger- und Grüntenkaserne sowie das Bundeswehrdienstleistungszentrum aufgelöst und große Flächen in Sonthofen frei werden. Mit Fachleuten aus den Bereichen Städtebau, Landschafts- und Freiraumplanung, Verkehrsplanung, Immobilienwirtschaft und Einzelhandel wird diskutiert, welche zukunftsweisenden Lösungen es für die Stadt gibt. Fachplaner haben in diesem Zusammenhang verschiedene Entwürfe für ein Strukturkonzept erarbeitet, wie Sonthofen die frei werdenden Flächen entwickeln und die Chancen gezielt nutzen kann. Als Schwerpunkt für die weitere Entwicklung Sonthofens hatte der Stadtrat in einer seiner letzten Sitzung den Schwerpunkt „Wohnen und Bildung“ festgesetzt. Allerdings muss auch Gewerbe in Sonthofen in den Planungen seinen Raum finden. Eine differenzierte Untersuchung hat festgestellt, dass die Flächen der Jäger- und Grüntenkaserne nur bedingt für Gewerbe geeignet sind, weil daneben zu viele Wohngebiete sind und die Verkehrsanbindung nicht gut ist. Daher wurden von den Planern andere Überlegungen angestellt werden, wo Gewerbe generell angesiedelt werden kann. In diesem Zusammenhang ist auch über das Tannachwäldchen nachgedacht worden.
Für die weitere Überlegung der Stadt gibt es zwei Überlegungen:
Variante 1:
Errichtung eines ca. 5,5 ha großen Gewerbegebietes im Nordosten der Grüntenkaserne
oder
Variante 2:
Umwandlung des Tannachs (5,5 ha) in ein Gewerbegebiet und Schaffung von 11 ha Grünfläche im Bereich der STOV, Grüntenkaserne
>> siehe Übersichtspläne
Für beide Varianten gibt es Für und Wider. Die Mitglieder der Strategiegruppe im Prozess haben sich nach Abwägung aller Argumente mit zweidrittel Mehrheit für die Variante 2 entschieden.
Ausschlaggebend dafür war unter anderem, dass dann eine zusammenhängende Gewerbefläche mit dem Handwerkshof entsteht, die sofort umsetzbar ist. Für den Verkehr ist vom Verkehrsplaner eine Lösung angedacht, die für den gesamten Handwerkshof und das BHS zusätzlich eine Verbesserung bringt. Die Albrecht Dürer Straße und die Hans-Böckler Straße könnten dadurch entlastet werden! Als Ausgleich für den Verlust des Tannachs könnte das Gelände der STOV begrünt und weitere Flächen in der Jäger- und Grüntenkaserne geschaffen werden. Bis der Stadtrat im Mai eine Entscheidung zu dieser Frage treffen kann, sind aber noch viele Fragen zu klären. Außerdem möchte Bürgermeister Buhl die Bürger zum Thema hören. Die Projektgruppe Konversion, der Kulturbeirat und die ASJ werden sich im März mit dem Thema beschäftigen. Vertreter des Jugendparlamentes hatten bereits zwei Mal die Möglichkeit, sich in der Strategiesitzung einzubringen, haben diese Chance jedoch leider nicht genutzt. Am Jugendtag besteht für alle Jugendlichen die Möglichkeit, sich einzubringen. Die Bevölkerung kann sich in der Bürgerversammlung am 03. Mai zu Wort melden. Wer vorher schon seine Meinung zum Thema zu Papier bringen möchte, kann dies mit einem Schreiben an die Stadtverwaltung tun.
14.02.2012
Einschätzung der Gewerbeentwicklung in Sonthofen und in der Region südliches OA
Die Stadt Sonthofen und die Region südliches Oberallgäu verfügen aufgrund von naturräumlichen Einschränkungen (Hochwasserschutz, Topographie usw.) auf lange Sicht kaum mehr über Flächen für eine nachhaltige Gewerbeflächenentwicklung. Die noch wenigen, verbleibenden Flächen sind hinsichtlich Lage und Nutzungsmöglichkeiten nicht optimal.
Für die Sicherung von Betrieben und Arbeitsplätzen in der Region ist es aber notwendig, geeignete Flächen für die Weiterentwicklung der Betriebe zur Verfügung zu stellen. Dies ist gerade mit Blick auf die demographischen Veränderungen eine Grundvoraussetzung, um auch die junge Bevölkerung vor Ort halten und die bestehende Infrastruktur auch in Zukunft auslasten zu können.
Die Stadt Sonthofen sieht die Region südliches Oberallgäu als einen gemeinsamen Wirtschaftsraum mit vielfältigen Verflechtungen. Betriebe und Bevölkerung denken und bewegen sich über die kommunalen Verwaltungsgrenzen hinaus.
Wie die Vergangenheit zeigt, sind gewerbliche Ansiedlungen in hohem Maße von Betriebsumsiedlungen innerhalb der Region geprägt (RS Antriebstechnik, Fa. Füß usw). Aufgrund der kurzen Wege zwischen den Orten ist es daher nicht entscheidend, an welchem konkreten Ort das regionale Arbeitsplatzangebot für die Region gesichert und entwickelt wird. Entscheidend ist, dass überhaupt Flächen für die Gewerbeentwicklung in der Region zur Verfügung stehen. Flächensicherung auf der einen Seite und der schonende Umgang mit unseren Ressourcen andererseits erfordern ein Umdenken.
Die Stadt Sonthofen sowie weitere Kommunen aus dem südlichen Oberallgäu arbeiten derzeit im Rahmen des Förderprojektes COMUNIS am Aufbau eines Flächenmanagement für die Region. Ziel ist es, eine genaue, bedarfsorientierte Gewerbeflächenentwicklung zu betreiben. Um den Bedarf zu ermitteln, wurde bereits in 2011 innerhalb der Destination Alpsee – Grünten eine Bedarfserhebung zum Flächenbedarf bei den Unternehmen durchgeführt. Das Ergebnis zeigt einen kurz- und mittelfristigen Bedarf von 4,5 ha und einen langfristigen Bedarf von ca. 9 ha an Gewerbeflächen. Dabei sind noch nicht die Unternehmen aus dem südlichen Oberallgäu beteiligt. Dies soll im Rahmen einer weiteren Befragung erfolgen. Die Aussendung der Unterlagen ist bereits vorbereitet. Die Ergebnisse werden einen aktuellen Flächenbedarf aufzeigen und in den weiteren Planungsprozess mit einbezogen. Aktuelle Anfragen nach Gewerbeflächen können derzeit aufgrund fehlender Flächen nicht bedient werden. Zwar hat die Stadt Sonthofen im Flächennutzungsplan Gewerbeflächen ausgewiesen, jedoch sind diese weder kurz- noch langfristig verfügbar.
Der Entwicklung militärischer Flächen kommt daher eine besondere Bedeutung zu. Das bisherige Verfahren und Untersuchungen haben jedoch gezeigt, dass eine gewerbliche Nutzung der Bundeswehrflächen in der Jägerkaserne und Grüntenkaserne sowie der Standortverwaltung gar nicht bzw. nur bedingt möglich ist. Gespräche mit Sonthofer Unternehmen haben ergeben, dass insbesondere die Grüntenkaserne für eine industrielle Nutzung nicht geeignet ist. Mehrschichtbetrieb, Schwerlastverkehr und Immissionen aus dem Betrieb heraus würden zu Konflikten mit der umgebenden Wohnbevölkerung führen. Darüber hinaus wäre eine verkehrliche Anbindung sehr schwierig, da die Knotenpunkte Scharpfkreuzung und Brüchlekreuzung heute bereits überlastet sind.
Im Rahmen der Gesamtstrategie wurden alle möglichen Gewerbeflächen in Sonthofen untersucht. Dabei hat sich herausgestellt, dass der Bereich des Tannachwäldchen aufgrund der Lage, der verkehrlichen Anbindung und des bereits bestehenden gewerblichen Umfeldes durch den Handwerkshof für eine gewerbliche Nutzung am besten geeignet wäre. Das Gelände wäre verfügbar und würde den aktuellen Bedarf an Gewerbeflächen decken. Darüber hinaus könnten Reserveflächen für die großen Industriebetriebe vor Ort gesichert werden.
Unabhängig davon könnte das Projekt COMUNIS weiterentwickelt, Gewerbeentwicklung gebündelt und damit eine unkoordinierte, individuelle Entwicklung in den einzelnen Kommunen vermieden werden.
15.11.2011
Halbzeit im ISEK Sonthofen
Festlegung der Schwerpunktziele
Im Rahmen einer Sondersitzung zum „Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzept (ISEK) Sonthofen“ wurde Anfang November 2011 mit dem Ergebnis der 2. Projektphase ein wichtiger Zwischenschritt des Stadtentwicklungsprojektes bestätigt. Wesentliche Aufgabe der 2. Projektphase des ISEK war es, für die Kernstadt Sonthofens die grundsätzliche Zielrichtung der angestrebten Entwicklung zu den Themenbereichen Städtebau, Freiraum, Immobilienwirtschaft und Einzelhandel zu bestimmen. Anhand verschiedener räumlicher Entwicklungsszenarien und fachlicher Zielstellungen erfolgte dazu in den letzten Monaten mit den beauftragten Fachplanern eine intensive Erörterung im Stadtrat und der „Strategiegruppe ISEK“ als Vertreter der Bürgerschaft.
Im Ergebnis wurden nun für das ISEK 10 Schwerpunktziele für die künftige Entwicklung Sonthofens durch den Stadtrat festgelegt. Die Zielsetzungen reichen von der Nutzung der Jägerkaserne zur Stärkung der Innenstadt über eine verstärkte Durchgrünung des Stadtgebietes bis zur Entwicklung von Sonthofen als Bildungsstandort im Bereich Weiterbildung und einem Ausbau der Funktion „Drehscheibe Tourismus“. Nicht vergessen wurde auch das Ziel, Sonthofen als Standort für verträgliches Gewerbe insbesondere aus der Region zu stärken. Neben den Schwerpunktzielen ist das Szenario „Wohnen und Bildung“ Richtschnur für die nun folgende Konkretisierung der Nachnutzung der Kasernenflächen im Rahmen des ISEK. Der grundsätzliche Rahmen der künftigen Ausrichtung von Sonthofen ist damit definiert.
Im nächsten Schritt geht es für die Planer um die Bearbeitung eines Strukturkonzeptes für die Jäger- und Grüntenkaserne und deren Bezüge zur Innenstadt. In diesem werden mögliche Nutzungen und Freiräume aufgezeigt. Eine wichtige Frage wird dabei auch die Verkehrserschließung der Konversionsflächen und der Innenstadt darstellen, die im Rahmen einer Fortschreibung des Gesamtverkehrskonzeptes von Sonthofen behandelt wird. Auch dieser Planungsschritt erfolgt wieder im Dialog mit der Bürgerschaft Sonthofens.
Als weiterer wichtiger Tagesordnungspunkt wurde im Stadtrat die Fortschreibung des Einzelhandelskonzeptes behandelt, dass in Abstimmung mit dem ISEK Sonthofen ausgearbeitet wurde. Das Einzelhandelskonzept zielt im Kern auf die weitere Entwicklung und Stärkung der Innenstadt von Sonthofen als zentraler Einzelhandelsstandort. Eine Beschlussfassung des Stadtrates hierzu ist in einer späteren Sitzung des Stadtrates vorgesehen.
