Landwirtschaft weltweit
Hunger trotz Überfluss - Weltagrarbericht zeigt Probleme auf.
Ansatz der Stadt Sonthofen "Bio-Regional-Fair" gute Lösung.
Noch nie haben auf der Erde so viele Menschen gehungert, obwohl Landwirte auf der ganzen Welt gleichzeitig mehr Lebensmittel pro Kopf produzieren als je zuvor. Weitermachen wie bisher ist keine Option, da die Industrialisierung und Globalisierung der Landwirtschaft lediglich zur Profitsteigerung einzelner und zu großflächigen Monokulturen geführt haben und nicht zur Verbesserung der Welternährung. Benedikt Härlin von der Zukunftswirtschaft Landwirtschaft zeigt mittels des Weltagrarberichtes, an dem er selbst mitgeschrieben hat, die Probleme deutlich auf, vermittelt jedoch auch Lösungsansätze.
Ansatzpunkte bieten sich sowohl bei der Landwirtschaft als auch beim Verbraucher. Kleinbäuerliche Landwirtschaft mit traditionellen Arbeitsweisen, verknüpft mit modernen Methoden und Erkenntnissen, bieten die größte Chance die Welternährungskrise dauerhaft zu überwinden und gleichzeitig die Lebensgrundlage für künftige Generationen zu erhalten. Ökologischer Landbau im Einklang mit der Natur optimieren den Erhalt und gewährleisten nachhaltiges Wirtschaften.
Das Verhalten der Verbraucher bietet einen weiteren Ansatz. Denn die Kaufentscheidung jedes Einzelnen hat direkten Einfluss auf das gesamte System. Bewusst Einkaufen, weniger Fleisch essen und die Herkunft der Lebensmittel kontrollieren, so lautet die Formel auf einen Nenner gebracht.
Das Konzept der Stadt Sonthofen, heimische Produkte mit solchen zu kombinieren, die es hier nicht gibt, zum Beispiel Fairen Kaffee mit heimischer Milch, lobt Benedikt Härlin sehr. Der Stadt ist es mit der Initiative „Bio-Regional-Fair“ gelungen, einen richtigen und wichtigen Impuls zu setzen, der sich im Allgäu durchsetzen sollte. Ca. 70 Zuhörerinnen und Zuhörer zeigten sich ebenfalls positiv beeindruckt vom Engagement der Stadt.
Doris Buhl, Landwirtin aus Sonthofen, appellierte in der Diskussion an die Politik insbesondere die kleinen landwirtschaftlichen Betriebe zu unterstützen. „Klasse statt Masse“ sollte wieder mehr ins Bewusstsein rücken. Sie sprach sich auch dafür aus, künftig nur noch landwirtschaftliche Familienbetriebe und keine Großindustrie mehr zu subventionieren.
Renate Schiebel, Marlene Pfeifer, Gertraud Gorter, Michael Finger, Benedikt Härlin, Petra Wilhelm
>> Flyer zum Vortrag von Herrn Härlin
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