Stadtgeschichte von Sonthofen

 

Außerdem interessant

 

Sonthofen um 1850 - Stich von I. Riegel 

Vor der Zeitenwende

 

Funde bezeugen, daß Menschen in unser Gebiet vorgedrungen sind: Pfeilspitze aus Hornstein (Steinzeit 7. - 2. Jahrtausend v. Chr.), Bronzeschwerter aus dem Iller-Ostrach-Schotter und bronzezeitlicher Prügelweg im Agathazeller Moor (Bronzezeit 2. Jahrtausend - 800 v.Chr.) u.a.m. Die Funde sind im Heimathaus Sonthofen zu sehen.

Fliehburg Entschenburg oberhalb Sonthofen / Walten der rätischen Urbevölkerung.

 

 

Um 250

 

Der römische Kaiser Decius läßt eine von den Alamannen weniger bedrohte Straße im rätischen Hinterland vom Brenner über Ehrwald, Gaichtpaß durch das Gebiet des heutigen Sonthofen Richtung Konstanzertal, Bregenz, bauen - die Via Decia.

 

 

7. Jhdt.

 

Besiedlung durch die Alamannen; Gräberfunde westlich vom Heimathaus und in Altstädten.

 

 

13.10.839

 

Erste urkundliche Erwähnung im oberen Illertal von "Nordhovun in Albegauge". Eine Isanbirg schenkt 3 "Jauchert" Acker an das Kloster St. Gallen. "Nordhofen" gilt als das später aufgegangene Gegenstück zu "Südhofen".

 

 

1122

 

Schenkung des Edlen Aribo und seiner Gemahlin Mathild von Wertingen an das Kloster Allerheiligen in Schaffhausen betreffend deren Allodialgut, von Kaiser Konrad III. unter dem Namen "Sunthoven" dem Kloster bestätigt. Das Wort "sunt" in der Ortsbezeichnung wurde verdrängt durch das Wort "Süd" - aus "Sunthoven" wurde "Sonthofen".

 

 

1335 -1361

 

Allmähliche Bildung bischöflich-augsburgischen Besitzes durch Ankauf ehemaligen Reichsgutes aus den Händen des Tölzner von Schellenberg, Otto Truchseß von Waldburg, Georg von Starkenberg in der Umgebung der Pfarrkirche St. Michael.

 

 

1335

 

Erste urkundliche Erwähnung der auf das 9. Jahrhundert zurückgehenden Urpfarrei St. Michael, die die heutigen Pfarreien Tannheim in Tirol (abgetrennt 1377), Hindelang (abgetrennt 1435) und Burgberg (abgetrennt 1803) umfaßte.

 

 

21.02.1429

 

Kaiser Sigismund erhebt Sonthofen zum Markt; Verleihung des Rechtes zur Abhaltung von Jahr- und Wochenmärkten sowie zur Ausübung des Blutbannes (Gerichtsbarkeit) - Stock und Galgen.

 

 

1477

 

Verkauf des 1361 erbauten Schlosses Fluhenstein mit der ganzen Herrschaft der Herren von Heimenhofen an den Bischof von Augsburg; 1478 Huldigung der Heimenhofer Hintersassen in der Ratsstube (jetzt altes Schul- und Rathaus in der Marktstraße) vor den bischöflichen Kommissaren.

 

 

1479

 

Verkauf des klösterlichen Meierhofes am Abhang des Schönenpichls (jetzt Kalvarienberg) mit zugehörigen Huben und dem Baudingrecht an Graf Hug von Montfort.

 

 

1496/1497

 

Domherr Konrad Wenger begründet Spital und Benefizium in Sonthofen.

 

 

14.02.1525

 

Tagung der gesamten aufständigen Bauern des Allgäus in Sonthofen vor dem Grafen Wolf von Montfort. Als "Sonthofer Tag" ging dieser Auftakt zum Bauernkrieg in die Geschichte ein. Stellung von 5000 Mann im Bauernkrieg, dem sogenannten "Sonthofer Haufen".

 

 

1540

 

Fehde des Jörg Schnaiter gegen den Bischof von Augsburg. Brandstiftung, bei der die Pfarrkirche und 16 Häuser vernichtet wurden. 1545 waren bereits 10 Häuser wieder aufgebaut.

 

 

1549

 

Tod des tüchtigen Landamannes der Pflege Rettenberg/Sonthofen, Seneca Nachtrueb (Grabmal in der Pfarrkirche Sonthofen).

 

 

1553

 

Anschluß Sonthofens an die neuerbaute Salzstraße über den Gaichtpaß nach Hall in Tirol. Salztransporte bis Mitte des 19. Jahrhunderts über Sonthofen.

 

 

1564

 

Ende eines über 100-jährigen Streites zwischen den nach Macht strebenden Grafen von Montfort und den Bischöfen von Augsburg. U.a. wollten die Montforter die vom Kaiser an Sonthofen verliehenen Privilegien beschränken.

 

 

1632 - 1634

 

Wiederholte Durchzüge, Plünderungen und Brandschatzungen der Schweden. Pest in Sonthofen.

 

 

1661

 

Passionsspiel in Sonthofen; erster Text aus Hall in Tirol, dort 1574 abgeschrieben. 1724 entsteht ein neuer Text. Ende der Passionsspiele Anfang des 19. Jahrhunderts.

 

 

1724 - 1727

 

Erbauung des neuen Schlosses durch Bischof Alexander Sigismund (später Bezirksamt, 1945 zerstört, Gedenktafel neben dem Polizeigebäude).

 

 

1796 - 1801

 

Französische Revolutionsgruppen im oberen Allgäu, Kämpfe mit Österreichern.

 

 

1803

 

Das Hochstift (Bistum) Augsburg verliert seine Eigenständigkeit und wird bayerisch; damit auch das bischöfliche Pflegamt Sonthofen.

 

 

1862

 

Aus dem Landgericht Sonthofen wird das Bezirksamt.

 

15. Jhdt- 1863

 

Erzabbau am Grünten, Eisenschmelze und Verarbeitung im Hüttenwerk Sonthofen (Auflassung der Erzgruben 1859, Hochofen ausgeblasen 1863), heute BHS-Werk.

Die auf die Eisengewinnung zurückgehenden Nagelschmieden als frühere Erwerbsquelle sind durch zwei gekreuzte Nagelschmiedehämmer im Sonthofer Wappen dargestellt.

 

 

Ende 18. Jhdt. - 1. Hälfte 19. Jhdt

 

Durch Einfuhr der Baumwolle war der Leinen-Absatz und der Flachsbau rückläufig und es entstand dadurch eine Notzeit. Drei blaublühende Flachspflanzen als Symbol dieses früheren Erwerbszweiges im Wappen von Sonthofen. König Ludwig I. verlieh das Wappen 1838. 1729 - 1742 noch Leinwandschauen in Sonthofen.

 

Einführung der gewerblichen Weichkäserei durch Karl Hirnbein
(1807 - 1871), dem Erbauer des Grüntenhauses und Pionier des Fremdenverkehrs (siehe hierzu Roman "Der Notwender" aus der Allgäu-Trilogie von Peter Dörfler).Johann Althaus aus dem Emmental in der Schweiz (geb. 1798) bringt die Emmentaler Käserei ins Allgäu (landw. Anwesen Althaus ist das mit einer Gedenktafel versehene Haus Sonthofen, Bahnhofstraße 16. Althaus lebte hier von 1827 - 1876.)

 

Die Sonthofer Viehmärkte erlangen internationale Bedeutung. Bis zu 6.500 Stück Vieh wurden aufgetrieben.

 

 

1873

 

Erste Eisenbahn von Immenstadt nach Sonthofen, 1888 Weiterführung bis Oberstdorf, 1905 erste Omnibusverbindung nach Hindelang als zweite Linie in Bayern.

 

 

1914 – 1918 und ab 1935

 

Sonthofen wird Garnison.

 

 

ab 1935

 

Bau der "Burg"; bevölkerungsmäßiger und wirtschaftlicher Aufschwung im besonderen in den Jahren nach 1950;Unterbrechung durch Krieg

 

 

1939 - 1945

 

Fliegerangriffe auf Wohngebiete in Sonthofen, Zerstörung der Pfarrkirche, der Spitalkirche mit Altersheim und zahlreicher Wohn- und Geschäftshäuser, Einmarsch der Franzosen und kurz danach der Amerikaner.

 

 

1952

 

Bezug des neuen (3.) Rathauses

 

 

18.08.1963

 

Verleihung der Bezeichnung "Stadt".

 

 

1972

 

Sonthofen wird Kreisstadt des Landkreises Oberallgäu.

 

 

1976

 

Eingemeindung der Gemeinde Altstädten.

 

 

1985

 

Fertigstellung des neuen (4.) Rathauses.

 

 

1991

 

Technische Inbetriebnahme der Erdgasversorgung.

 

 

1995

 

Beginn des Projektes "Zukunft Sonthofen" - Partizipative Stadtentwicklung.

 

 

1996

 

Fertigstellung und Eröffnung der Fußgängerzone. Einführung des Stadtbusverkehrs.

 

 

1996

 

Gründung der Wirtschaftsförderung Sonthofen GmbH und des Sonthofer Jugendparlamentes.

 

 

1998

 

Übergabe des städt. Krankenhauses an die Kliniken Oberallgäu gGmbH.

 

 

1999

 

Hochwasserkatastrophe mit schweren Schäden.

 

 

2000

 

Einrichtung der Sonthofer Förderstiftung.

 

 

2001

 

Inbetriebnahme des Kur- und Freizeitbades "Wonnemar"

 

 

2005

 

Auszeichnung zur "Alpenstadt des Jahres 2005"

 

2009

Auszeichnung zur "Fairtrade-Stadt"